LUGANO DANCE PROJECT – «DANCE & HERITAGE» MIT BLICK ZURÜCK UND NACH VORNE
Das Lugano Dance Project (10.–14. Juni), das mit internationalen und nationalen Produktionen glänzt, ermöglichte auch dieses Jahr, im Kontext des diesjährigen Mottos «Dance & Heritage», eine Plattform, auf der verschiedene Kulturen, Kollektive, verschiedenste Ausdrucksformen und Identitäten aufeinandertrafen.
Mit Blick in die Vergangenheit sowie in die Zukunft stellte das Festival Fragen zur Rolle vergangener Tanzvermittlung und früheren Tanzwissens für die gegenwärtige, zeitgenössische Tanzkunst: kulturelles Erbe, das nun auch neue Formen von tänzerischen Didaktiken und künstlerischen Performances prägt. Gleichzeitig richtete sich das Augenmerk auf gegenwärtige Tanzpraktiken, die das Vergangene mit zeitgenössischen, differenzierten Ausdrucksformen neu beschreiben.
Neben herausragenden Performances wie u.a. Kyle Abrahams «White Space», Omar Rajehs «The Gathering: Dance People» oder Yasmine Hugonnets «Our Times», bildete Pina Bauschs Wiederinszenierung des ikonischen 1978-Stücks, «Kontakthof», mit Tänzer:innen des Original-Ensembles, unter der Leitung von Meryl Tankard den Höhepunkt der diesjährigen Ausgabe. Eine neuinszenierte Wiederaufnahme, die das Vergangene mit dem Gegenwärtigen selbstreferenziell verband.
Neben Performances belebten auch Workshops und Talks das Festival. Eine Bandbreite, die nationale sowie internationale Anliegen vertrat. Workshopschwerpunkte reichten von regional verankerten Tanzkonzepten, wie u.a. Omar Rajehs Maqam, geleitet von Elise Bruyère und Nunzio Perricone, bis hin zu praktischen Tipps hinsichtlich nationaler Produktions- und Vertriebsherausforderungen, wie z.B. im Workshop «Tool de Suisse». Auch die politische Dimension, die in Chiara Bersanis Workshop zum Konzept «Corpo Politico» eine tragende Rolle spielte, war vertreten. Talks unter anderem mit Kyle Abraham, Cathy Levy, Emily May, Chiara Bersani, Yasmine Hugonnet, Kyle Walters oder auch Chus Martínez beleuchteten das Festival-Motto unter praxisbezogenen, theoretischen, akademischen, nationalen wie auch transnationalen Gesichtspunkten. Interdisziplinär abgerundet wurde das vielfältige Programm mit der filmischen Verhandlung solcher Anliegen: mit einem kuratierten Kurzfilmprogramm der argentinischen Künstlerin Cecilia Bengolea, in dem Themen des Kollektivs und der Individualität im Zusammenhang mit Körpern visualisiert und reflektiert werden.
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